Hausgottesdienst Pfingsten

Hausgottesdienst

Evang. Gemeindeverbund Simmern

Römer 8, 1 - 2 + 10 + 11/ Pfingsten, 23.5.2021

Pfarrer Gottfried Heß

 

Die aktuellen Hausgottesdienste als PDF-Datei zum Ausdrucken, (und auch die Hausgottesdienste, Musik der vorherigen Wochenenden) finden Sie hier:

https://redstorage.ekir.de/d/4042646506104758bed3/

 

 

Lied: Evang. Gesangbuch 136, 1 + 2 + 7

1.O komm, du Geist der Wahrheit,

und kehre bei uns ein,

verbreite Licht und Klarheit,

verbanne Trug und Schein.

Gieß aus dein heilig Feuer,

rühr Herz und Lippen an,

dass jeglicher getreuer

den Herrn bekennen kann.

2.O du, den unser größter

Regent uns zugesagt:

Komm zu uns, werter Tröster,

und mach uns unverzagt.

Gib uns in dieser schlaffen

und glaubensarmen Zeit

die scharf geschliffnen Waffen

der ersten Christenheit.

7.Du Heilger Geist, bereite

ein Pfingstfest nah und fern;

mit deiner Kraft begleite

das Zeugnis von dem Herrn.

O öffne du die Herzen

der Welt und uns den Mund,

dass wir in Freud und Schmerzen

das Heil ihr machen kund.

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Amen!

 

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Aus Psalm 51

 

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz,

und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht,

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.

Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe,

und mit einem willigen Geist

rüste mich aus.

 

Gebet:

 

Herr, lieber Vater.

Du erleuchtest die Herzen deiner Gläubigen

durch deinen Heiligen Geist.

Lass uns durch ihn erkennen, was recht ist

und mach uns seiner Kraft und seines Trostes gewiss

durch Jesus Christus, deinen Sohn,

der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit.

Amen.

 

 

Lied: Evang. Gesangbuch 132

 

Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes,

des Heiligen Geistes empfangen

 

Und werdet meine Zeugen sein.

und werdet meine Zeugen sein.

meine Zeugen, meine Zeugen sein.

 

Predigt

 

Liebe Gemeinde!

„Frohe Pfingsten“ hörte ich in den letzten Tagen von Menschen, denen ich begegnete. Angesichts der freien Tage, dachten wohl die meisten an Spaziergänge und hofften auf gutes Wetter. Wahrscheinlich hatten nur wenige den Heiligen Geist im Blick.

 

Wenn heutzutage von „Geist“ die Rede ist, dann denken viele an das Denken: „Der menschliche Geist kann manche Dinge einfach nicht erfassen“ oder an prägende Vorstellungen: „da zeigt sich, wes Geistes Kind du bist“. Oder man denkt an Konflikte: „da scheiden sich die Geister“. Aber auch ganz esoterische Vorstellungen sind im Umlauf: „Bevor sie einen Baum fällen, bitten sie den Geist des Baumes um Vergebung.“ Oft wird Geist mit Leben und Sterben in Verbindung gebracht, im Sinne von: „den Geist aufgeben“. Ganz banal denken bei Geist aber viele an: Geisterbahn, Geisterstunde, Himbeergeist, oder Weingeist. Immerhin werden wir Pfarrer und Pfarrerinnen als Geistliche bezeichnet, aber mit geistlichem Leben können nur wenige etwas anfangen.

 

Unter uns Christen gibt es vage Vorstellungen vom Geist, vom Heiligen Geist. Er wird genannt am Anfang des Gottesdienstes: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Und wenn wir im Glaubensbekenntnis bekennen: „Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen …“, dann machen wir uns selten Gedanken, was das eigentlich bedeutet. Nun gibt es inzwischen wieder Gemeinschaften, die den Heiligen Geist in den Mittelpunkt ihrer Frömmigkeit gerückt haben, charismatische Gruppen, Pfingstgemeinden. Bei Ihnen schlägt die Begeisterung in Ekstase um, Zungensprache, Heilungen, und das alles in einem engen Korsett von Wertvorstellungen des vorletzten Jahrhunderts.

 

Und wo stehen wir, wo prägt uns der Heilige Geist?

 

In der Formulierung des Glaubensbekenntnisses: Ich glaube an den Heiligen Geist, … Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben“ sind wir dicht an der Vorstellung des neuen Testaments. Für Paulus ist der Geist Gottes durch Jesus Christus geprägt. Durch seinen Tod und seine Auferstehung wird uns Vergebung zuteil durch seine Kraft werden wir Kinder Gottes und dürfen das Leben nach dem irdischen Tod erwarten, das ewige Leben.

 

Predigttext: Römer 8, 1+ 2 + 10 + 11

 

1 So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

2 Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.

10 Wenn aber Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen, der Geist aber ist Leben um der Gerechtigkeit willen.

11 Wenn aber der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.

 

Paulus sagt: „Gottes Geist wohnt in uns“. Sein Sohn Jesus Christus kam auf die Erde, um Sünde und Tod auf sich zu laden, um alles wegzunehmen, was uns von Gott trennt. Durch seine Auferstehung schenkt er uns Vergebung und ewiges Leben. Jesus Christus ist gekommen, damit der Geist Gottes in uns wohnt, er bewirkt, dass wir auf Gott ausgerichtet sind, auf seine Zukunft in seiner Hand.

 

Wo spüren wir das? Wie spüren wir das?

Die Begeisterung durch die Kraft Gottes? Wo spüren wir Gott?

Spüren Sie jetzt etwas von Gott? Wo haben Sie ihn in Ihrem Leben gespürt? Was hat er bewirkt, hat er ihr Leben verändert?

 

Auf die Frage, wo Gott zu spüren ist sagte ein Erwachsener folgendes zu seinem Kind:

 

„Wenn ich dir von Gott erzählen soll, dann achte nicht nur auf die Worte, sondern darauf, was du beim Zuhören fühlst. Du wirst am meisten von Gott wissen, wenn du ihn selbst erfährst. Gott erfahren - das ist eigentlich ganz einfach und doch auch wieder schwer.

Du kannst z.B. in eine Kirche gehen, in der du dich wohl fühlst. Setz dich in eine Bank, da wo der richtige Platz für dich ist. Sprich ein kurzes Gebet. Und dann sei einfach da. Oder geh an einem warmen Sommertag auf eine Wiese. Lege dich mit dem Rücken in das Gras oder in die Wiesenblumen. Breite die Arme aus. Fühle den Boden unter dir und schau in den Himmel. Spricht wieder ein kurzes Gebet. Sei einfach da. Auch Gott ist da. Und er wird sich bemerkbar machen. Du wirst ihn spüren können…. Aber manchmal spürst du nur deine innere Unruhe. Manchmal lenkt dich zu viel ab. Dann spürst du wenig oder gar nichts und du denkst Gott wäre weit weg. Dabei bist du selbst weit weg von Gott. Auch Worte können dir helfen, Gott zu spüren. Viele Geschichten, lassen dich etwas von ihm erfahren. Aber versuche nicht, Gott in Worte einzusperren.

Vergiss nicht, Gott ist unendlich viel mehr als du und ich und die ganze Welt. Er ist der Schöpfer.“

So erzählte es einer seinem Kind.

 

Wie erzählen wir es? Wo hat Gott mich berührt? Wo habe ich Gottes Geist gespürt? Bei Gesten und Zeichen, die das Unsichtbare sichtbar machen? Als mir die Hand zum Segen aufgelegt wurde, bei der Taufe, bei der Konfirmation, bei der Trauung. Oder, als mir Brot und Wein gereicht wurden, als Zeichen für die Kraft Gottes? Oder, als mir ein Bibelwort oder ein Liedvers nicht aus dem Kopf ging, mich berührt und mir nachgegangen ist? Wo habe ich Gottes Geist gespürt? Sie könnten sicher noch andere Geschichten erzählen, wo Sie Gottes Kraft gespürt haben. Vielleicht in den ganz ernsten Situationen des Lebens, bei der Geburt eines Kindes oder beim Sterben eines Menschen. Vielleicht auch in den Situationen außergewöhnlichen Glücks, in der Natur, beim Zusammensein mit Menschen, die einem nahe sind, in glücklichen Momenten allein. Immer wieder gibt es Momente, wo wir die Nähe Gottes spüren können, Gott kommt uns nahe, Gott berührt uns.

 

Das Wort für Gottes Geist im Alten Testament bedeutet „Hauch“ „Hauch Gottes“. „Gott haucht uns an“ Gott schenkt uns seinen Geist. Gottes Geist wohnt in uns, seit er uns unseren ersten Atemzug eingehaucht hat, und Gottes Geist wohnt in uns, wenn er uns aufnimmt in die Ewigkeit. So lasst Gottes Kraft fließen, lasst Gottes Kraft wirken auf all unser Reden und Handeln, lasst uns geheiligt sein durch den Geist Gottes, lasst uns „Gemeinschaft der Heiligen“ sein.

 

Das bedeutet nach dem Heidelberger Katechismus: (Frage 55):

 

Erstens:

„Alle Glaubenden haben als Glieder Gemeinschaft an dem Herrn Christus und an allen seinen Schätzen und Gaben.“

 

Zweitens:

„Darum soll auch jeder seine Gaben willig und mit Freuden zum Wohl und Heil der anderen gebrauchen.“

Amen.

 

Lied: Evang. Gesangbuch 347, 1 - 4

1.Ach bleib mit deiner Gnade

bei uns, Herr Jesu Christ,

dass uns hinfort nicht schade

des bösen Feindes List.

2.Ach bleib mit deinem Worte

bei uns, Erlöser wert,

dass uns sei hier und dorte

dein Güt und Heil beschert.

3.Ach bleib mit deinem Glanze

bei uns, du wertes Licht;

dein Wahrheit uns umschanze,

damit wir irren nicht.

4.Ach bleib mit deinem Segen

bei uns, du reicher Herr;

dein Gnad und alls Vermögen

in uns reichlich vermehr.

 

Fürbitten

 

Herr, unser Gott, wir rufen dich an:

Sei mit deinem Geist

bei den Menschen in unseren Gemeinden,

dass sie deine Liebe und Barmherzigkeit

erfahren und weitergeben.

 

Sei mit deinem Geist bei denen,

die zu regieren haben in aller Welt,

dass sie Wege des Friedens erkennen und gehen.

 

Sei mit deinem Geist

bei den Traurigen, dass sie Trost finden

in deinem Wort und in der Zuwendung durch andere Menschen.

 

Sei mit deinem Geist bei den Fröhlichen,

dass sie dich, den Grund aller Freude,

erkennen und dir danken.

Gib uns allen ein neues Herz und einen neuen Geist,

dass wir nach deinen Geboten leben

und dich, den Ursprung allen Lebens, ehren.

Amen

 

Vater unser

 

Segen

 

Der allmächtige Gott gebe dir seinen Geist,

der wie Feuer ist und Sturm,

wie Worte, die alle verstehen.

 

Der gütige Gott gebe dir seinen Geist,

der zusammenführt und neu werden lässt.

 

Der treue Gott gebe dir seinen Geist,

dir und allen Menschen,

damit wir ihm ähnlich werden.

 

Und der Segen unseres Gottes,

des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,

komme auf dich herab und bleibe bei dir allezeit.

Amen.

 

 

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