Die Gottesdienste in unseren Gemeinden April 2020

(Sonntag)

Hausgottesdienst

Hausgottesdienst Evangelischer Gemeindeverbund Simmern

Palmsonntag – 05.04.2020                 Pfarrerin Katharina Dolinger

Die Hausgottesdienste als PDF-Datei zum Ausdrucken,
die Orgelmusik und Lieder zu den jeweiligen Sonntagen finden Sie hier:

https://redstorage.ekir.de/d/4042646506104758bed3/

 

Lied: EG (Ev. Gesangbuch) 91 Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes! Amen!

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemachthat. Amen.

 

Psalm 69; EG 732.1

Gott, hilf mir!

Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist;

ich bin in tiefe Wasser geraten, und die Flut will mich ersäufen.

Ich habe mich müde geschrien, mein Hals ist heiser.

Meine Augen sind trübe geworden,

weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade;

Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

Errette mich aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke,

dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen, und aus den tiefen Wassern;

dass mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

 

Gebet:

Gott,  du bist unsere Rettung und Burg.

Bei dir fühle ich mich geborgen, auch wenn ich von außen bedroht werde.

Du gibst meinen Gedanken weiten Raum, auch wenn meine Bewegungsmöglichkeit eingeschränkt ist.

Du schenkst mir Zeit inne zu halten. Auf dich zu schauen.

Auf Jesus, deinen Sohn zu schauen. Dich in deiner Größe zu entdecken. Neuen Mut zu sehen.

Danke, dass meine Ängste bei dir aufgehoben sind. Ich bin frei Hoffnungswege zu sehen, in dem Raum, den du mir gibst. AMEN

 

Glaubensbekenntnis (z.B. eg 813 oder eg 816 oder eg 853)

Lied: EG 14 Dein König kommt in niedern Hüllen

 

Predigt zu Mk 14, 3-9  Die Salbung in Betanien

3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. 9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

 

Wieder einmal saß Jesus am Tisch eines Aussätzigen.

Eine Frau kommt. Sie trägt keinen Namen.

Namenlos, doch keineswegs unwichtig.

Sie zerbricht eine wertvolle Flasche mit Öl und fängt an Jesus zu salben. Eine zärtliche Berührung. Eine aufmerksame Geste.

„Sie verschwendet das Öl! Man könnte es verkaufen und den Erlös für die Armen spenden!“, sagen da die anderen. 

Empörung macht sich im Raum breit.

„Lasst sie“, unterbricht Jesus die Stimmung. „Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis.“

Die Perspektive ändert sich.

Es ist Palmsonntag. Jesus reitet auf einem Esel in Jerusalem ein.

Er wird gefeiert. Fünf Tage später wird er hingerichtet.

Wir sehen den einen Teil. Doch das große Ganze zählt.

Wenn man doch nur die Dinge von hinten nach vorne betrachten könnte…dann würde sich der Blickwinkel ändern.

Manchmal sind wir gezwungen unsere Perspektive zu ändern.

Manchmal sind wir gezwungen in die Zukunft zu blicken…doch den Moment dabei nicht zu vergessen.

Die Jünger folgen blind. Sehen nicht, was Jesus jetzt bräuchte.

Denken nicht selbst. Fühlen nicht selbst.

Sie weisen die Frau zurecht.

Sind überfordert mit Zärtlichkeit und Liebe.

Doch die Frau tut, was sie kann.

Eine behutsame Berührung.

Eine Zuwendung ohne geforderte Gegenleistung.

Das Öl duftet. Erfüllt den Raum.

Setzt der Stimmung etwas sinnliches entgegen.

Liebe in der Verschwendung.

Es bereitet Jesus auf die kommenden Tage vor.

Auf den Tod. Das Sterben. Das Verlassen sein.

Die Einsamkeit am Kreuz.

All das wird ihn durch seine Leidenszeit bringen.

Und wir?

Wo beginnt unsere Leidenszeit?

Was fehlt uns gerade?

Eine Geste der Aufmunterung?

Eine Umarmung?

Genügend Klopapier und Mehl im Haus?

Unsere Zukunft scheint heute genauso ungewiss zu sein, wie die der Jünger damals.

Doch eigentlich wissen wir genau was kommt.

„Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.“

Jesu Botschaft ist aktiv in der Welt.

Selbst eine Namenlose Frau kann sie überbringen.

Kann der beklemmenden Situation etwas entgegensetzen.

Kann die Perspektive ändern.

Nüchterne Kalkulation oder ein warmes Gespür für Nöte.

Jesus wäre in den Tod gegangen, ohne diese zärtliche Berührung.

Ohne den Hauch des Menschlichen.

Der helle Fleck im dunklen Geschehen.

Der Trost in der Karwoche.

Sie macht Jesus zum Christus. Sie macht Jesus zum Auferstandenen.

Ihre Nähe und Zuwendung lindern seine Einsamkeit und seine Angst.

Sie gibt Kraft alles durchzustehen.

Das ist die verwandelnde Kraft der Liebe.

Das ist das Geheimnis von Tod und Auferstehung. AMEN.

 

Lied: EG.E (Ev. Gesangbuch Ergänzungsheft) 4 In einer fernen Zeit

1.In einer fernen Zeit gehst du nach Golgatha, erduldest Einsamkeit, sagst selbst zum Sterben ja.

Amen, Amen, Amen.

2.Du weißt, was Leiden ist. Du weißt, was Schmerzen sind, der du mein Bruder bist, ein Mensch und Gottes Kind.

3.Verlassen ganz und gar von Menschen und von Gott, bringst du dein Leben dar und stirbst den Kreuzestod.

4.Stirbst draußen vor dem Tor, stirbst mitten in der Welt. Im Leiden lebst du vor, was wirklich trägt und hält.

5.Erstehe neu in mir. Erstehe jeden Tag. Erhalte mich bei dir, was immer kommen mag. Amen, Amen Amen.

 

Die heutige Kollekte ist bestimmt für die Diakonische Kinder- und Jugendhilfe. Sicher mit Smartphone und Internet. Nun können wir keine Kollekte einsammeln. Aber: Sie können online spenden: https://www.kd-onlinespende.de/geben.html

Das Geld wird dieser oder einer anderen Wahlkollekte zugutekommen.

Fürbitten:

Gott, hilf uns in diesen Zeiten inne zu halten. Unsere Perspektive zu wechseln. Den Nöten und Fragen nicht nur mit Nüchternheit zu begegnen, sondern auch deine Liebe weiter zu tragen.

Besonders denken wir an alle Menschen, die jetzt gefordert sind und

ihre Kraft und Aufmerksamkeit in ihre Arbeit stecken: Wir denken an alle Mitarbeiter in Behörden, an die Kräfte der Polizei, der Feuerwehr und dem Rettungsdienst. Die Mitarbeiter in Krankenhäusern, Altenheimen und Pflegediensten. Zeig du ihnen, dass nicht alle Mühe umsonst ist.

Vater Unser

 

Lied: EG 652 Von guten Mächten

 

Segen:

Bleibe bei uns mit deinem Segen für Leib und Seele.

Bleibe bei uns mit deiner Kraft für Geist und Sinn.

Bleibe bei uns mit deiner Liebe auf allen unseren Wegen.

Bleibe bei uns Herr mit deinem Segen.